Vor Ort für Freiheit einstehen
FDP stimmt sich bei traditionellem Dreikönigstreffen auf Bürgermeister- und Kommunalwahl ein
Langen – Das Dreikönigstreffen der FDP ist in Langen ein fester Termin zum Jahresanfang. Erneut hatte der Ortsverband seine Mitglieder, aber auch Vertreter anderer Parteien und Freunde, ins Naturfreundehaus eingeladen. Neben Landtagsvizepräsident René Rock waren auch Gäste des FDP-Kreisverbandes (Susann Guber und Ulf Kasimir), Günter Gericke (Dreieich), Vertreter der Langener SPD, der Freien Wähler und der Grünen sowie Bürgermeister Jan Werner gekommen, den die Liberalen bei dessen erneuter Kandidatur unterstützen. FDP-Ortsvorsitzender Mathias Rhiel bezeichnete die bevorstehende Kommunalwahl am 15. März als richtungsweisend. „Wir wollen alles daran setzen, weiterhin als Korrektiv im Magistrat und im Parlament vertreten zu sein“, betonte er.
„Wir stehen politisch vor einem anspruchsvollen Jahr, denn die Freiheit steht unter starkem Druck“, hob Rhiel hervor. Auf kommunaler Ebene werde der Grundstein für die Freiheit im Großen gelegt. „Wir möchten – von Langen ausgehend – für eine friedfertige und in Freiheit lebende Gesellschaft werben, dabei soll die Selbstbestimmung in der Kommunalpolitik eine besondere Rolle spielen“, so Mathias Rhiel. Mit einer Mischung aus Erfahrung und neuen Kräften, die für das Programm der FDP stehen, will der Ortsverein in den Kommunalwahlkampf gehen.
René Rock tanzte diesmal nicht auf zwei Hochzeiten – normalerweise kam er immer vom Dreikönigstreffen der Bundes-FDP in Stuttgart. Jetzt verbrachte er den Dreikönigstag ausschließlich in Langen. „China, Russland und nun auch die USA haben die friedliche Weltordnung mächtig durcheinandergebracht und leben das Recht des Stärkeren vor. Hier gilt es, mit all unseren Möglichkeiten entgegenzuwirken“, mahnte Rock. Er sieht eine starke und vor allem in sich einigen EU als drittgrößte Wirtschaftsmacht als nötiges Mittel. „Wir müssen uns den neuen Herausforderungen in Bezug auf die Verteidigung unserer Freiheit, den Zivilschutz und die Finanzierung unseres Lebensstandards stellen – ob wir wollen oder nicht“, so Rock deutlich. „Wir können freilich alles mit Kreditaufnahmen finanzieren, aber bezahlen müssen es unsere Kinder – und diese Verantwortung möchte ich nicht übernehmen.“ Rock forderte einen ehrlichen Wahlkampf ohne „große Versprechungen“, die nicht eingehalten werden können.
Bürgermeister Werner dankte der FDP für das in ihn gesetzte Vertrauen. „Ich habe bei meiner ersten Kandidatur gesagt, dass man mich an meinen Versprechen messen soll – und ich glaube, dass ich entsprechend geliefert habe“, so Werner. Das Stadtoberhaupt verwies etwa auf die Warteliste mit mehr als 500 Kindern im Ü3-Bereich, die vollständig abgebaut sei. „Hier zählt für mich die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Denn wenn ein Elternteil, das gerne arbeiten möchte, dies aufgrund einer Kinderbetreuung aber nicht tun kann, ist der Frust doppelt groß und der wirtschaftliche Schaden für die Gesellschaft nicht unbedeutend“, so Werner.
Beim Dreikönigstreffen präsentierten die Liberalen auch ihr Spitzenteam für die Kommunalwahl. Christian Jaensch (Platz eins) und Ulrich Krippner (4.) stehen für den Bereich Finanzen. Rolf Diefenthäler (3.) und Thomas Mirkay (5.) wollen sich um Bauen und Verkehr kümmern, während Mathias Rhiel (2.) und Frank Beinborn (6.) den Fokus auf Lebensqualität und Bildung legen. Das Treffen endete mit einer Gedenkminute für die verstorbene frühere hessische FDP-Vorsitzende Ruth Wagner, eine sehr freiheitlich engagierte Politikerin. Sie wird am 13. Januar in Darmstadt beigesetzt.
Artikel und Foto von Leo Postl, aus der Offenbach-Post vom 08.01.2026, Seite 30
