Bürokratie als Hindernis

FDP-Kandidat Ernestos Varvaroussis besucht Preisler Group
Langen – Wie kann die Politik den Mittelstand besser unterstützen? Diese Frage stand im Mittelpunkt des Besuchs von FDP-Bundestagskandidat Ernestos Varvaroussis bei der Preisler Group. Gemeinsam mit Mathias Rhiel, Ortsvorsitzender der FDP Langen, sprach er mit Geschäftsführer Benedikt Preisler über Bürokratie, Fachkräftemangel und wirtschaftliche Perspektiven.
Die Preisler Group ist ein führendes Unternehmen im Bereich Neuroorthopädie und vereint unter ihrem Dach die Tochterfirmen Optimus (technische Orthopädie und Rehatechnik), Neuron (Therapiezentrum) und Pro Walk (Handel für neuro-orthopädische Hilfsmittel). Seit rund 35 Jahren setzt sich das Unternehmen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene ein, die von Bewegungseinschränkungen betroffen sind, und entwickelt für sie maßgeschneiderte Orthesen und Prothesen sowie Reha-Technik wie Sitzschalen für Rollstühle oder auch Gehhilfen. Unternehmensgründer Benedikt Preisler führte die Gäste durch die Produktionsstätten und das Therapiezentrum.
„Es ist beeindruckend zu sehen, wie hier mit handwerklicher Präzision, technischer Innovation und Leidenschaft Menschen geholfen wird“, sagte Varvaroussis, FDP-Bundestagskandidat für den Wahlkreis Offenbach. Rhiel betonte die Bedeutung mittelständischer Unternehmen für den Wirtschaftsstandort Langen: „Die Preisler Group ist ein Leuchtturm für die Region und zeigt, wie wertvoll lokal verwurzelte Unternehmen für Patienten und Fachkräfte sind.“
Ein zentrales Thema des Besuchs war die zunehmende Bürokratisierung im Medizintechniksektor. Preisler verwies insbesondere auf die europäische Medizinprodukte-Verordnung (MDR), die eine aufwendige Rezertifizierung zahlreicher Produkte erforderlich macht. „Deutschland schneidet sich von Innovation ab“, kritisierte Preisler. Gerade für Unternehmen, die spezialisierte Produkte für seltene Krankheitsbilder entwickeln, sei die wirtschaftliche Tragfähigkeit solcher Anforderungen fraglich.
Er führte als Beispiel Herzklappen für Kinder an, von denen jährlich nur sehr wenige benötigt würden – die hohen Zertifizierungskosten könnten dazu führen, dass Hersteller sich aus dem Markt zurückziehen. Varvaroussis, selbst Unternehmer, stimmte zu: „Bürokratische Vorgaben dürfen nicht zum Innovationshemmnis werden, sondern müssen sinnvoll und praxisnah gestaltet sein.“
Neben der Bürokratieproblematik stand auch die Frage nach Fachkräften im Fokus. Die Orthopädie- und Reha-Technik erfordert sowohl technisches Verständnis als auch ein hohes Maß an Empathie im Umgang mit Patienten. „Es ist schon eine Herausforderung, im Handwerk unterwegs zu sein – besonders in einer Branche, die hochreguliert ist“, erklärte Preisler. Um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken, bildet sein Unternehmen selbst aus und bietet zahlreiche Praktikumsplätze an.
Zum Abschluss seines Besuchs zeigte sich Varvaroussis erfreut über die Innovationskraft und das gesellschaftliche Engagement des Unternehmens: „Mittelständische Betriebe wie die Preisler Group sind das Rückgrat unserer Wirtschaft. Politik muss dafür sorgen, dass sie nicht durch überbordende Bürokratie ausgebremst werden.“ Rhiel ergänzte: „Der Besuch hat einmal mehr gezeigt, wie wichtig es ist, mit den Unternehmen im direkten Austausch zu bleiben. Wir brauchen politische Rahmenbedingungen, die mittelständische Betriebe stärken und nicht behindern.“
Artikel von Manuel Schubert, aus der Offenbach Post vom 07.02.2025.